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MATERIAL & VERSIEGELUNG

Antihaft, Teflon®, Keramik, Aluminium & Co

Kochgeschirr ist weitaus komplexer als es zunächst den Anschein hat. Es gibt viele Faktoren, welche die Qualität und die Lebensdauer von Kochgeschirr beeinflussen! Neben der Wahl des Materials sind es Wissen und Erfahrung, die wir zusammen mit einem hohen Qualitätsbewusstsein in jedes unserer Produkte einfließen lassen. BERNDES hat im Laufe seiner Firmengeschichte nicht nur Knowhow gesammelt, sondern auch viele Innovationen hervorgebracht. BERNDES ist u.a. deshalb heute einer der führenden Spezialisten für antihaftversiegeltes Aluguss-Kochgeschirr.

Bei der Anschaffung eines neuen Kochgeschirrs ist es also grundsätzlich ratsam, sich etwas genauer zu informieren, um das geeignete Kochgeschirr für seine Ansprüche zu finden! Wir bieten Ihnen an dieser Stelle nähere Informationen, um Ihnen die Produktauswahl zu erleichtern.


Das Rohmaterial eines Kochgeschirrs

Im Laufe der Zeit hat der Mensch sich viele unterschiedliche Materialien für Kochgeschirr nutzbar gemacht. Jedes Material hat andere Anforderungen und Eigenschaften. Neben Tongeschirren, Kupferkesseln oder unbeschichtetem Aluminiumkochgeschirr wurde in der jüngeren Menschheitsgeschichte vor allem Stahlgusskochgeschirr eingesetzt. Gestiegene Anforderungen an Zubereitung und Reinigung führten zu Edelstahl-, Aluminium- und Aluminiumgusskochgeschirr und dem Einsatz von Antihaftversiegelungen. BERNDES konzentriert sich heute auf Kochgeschirr aus Edelstahl, Aluminium und Aluminiumguss.

  • Aluminiumguss
    Aluminium ist eigentlich erst ca. 200 Jahre alt. Das klingt schon sehr alt, ist aber verglichen mit  den vorgenannten Materialien eher sehr jung! Es wird wegen seiner optimalen Wärmeleitung und Wärmespeicherung  sowie seines geringen Gewichtes als Ausgangsmaterial für Kochgeschirr bevorzugt.
    Beim Gießen wird das flüssige Aluminium in eine vorgefertigte Gussform geschossen, die zuvor unter Vakuum gesetzt wurde. Hierdurch sollen spätere Lufteinschlüsse vermieden werden. Der Vorteil bei diesem Verfahren ist, dass sich komplizierte Formen realisieren lassen, die beim Verfahren mit Aluminiumronden nicht möglich wären, z.B. Pfannen mit Grillrippen, eckige Formen oder Kochtöpfe mit angegossenen Griffen. Das Ergebnis ist immer eine optimale Materialverteilung bei jedem Produkt
  • Aluminium
    Für den späteren Topf oder die Pfanne wird eine kreisrunde Aluminiumscheibe (Ronde) benötigt, die bei BERNDES zwischen 3 und 5 mm stark ist. In der Produktion werden zwei unterschiedliche Verfahren genutzt, bei denen nur für den Kontakt mit Lebensmittel zugelassene Aluminiumlegierungen zum Einsatz kommen:

    • Tiefziehen
      Wie bei der Verarbeitung von Edelstahl wird die Aluminiumronde nach dem Einfetten in eine hydraulische Ziehpresse gelegt und über einen Ziehstempel in Form gebracht. Bei diesem Vorgang werden je nach Produktgröße und Rondenstärke bis zu 200 Tonnen Gewicht zur Verformung eingesetzt. Gezogene Teile haben den Vorteil einer gleichmäßigen Wandstärke für Boden und Wand, was der Wärmeleitfähigkeit zu Gute kommt.
    • Schlagen (auch als Schlagschmieden bezeichnet)
      Auch hier wird eine Aluminiumronde in Form gebracht. Die Presse arbeitet mit zwei Werkzeugen (Ober- und Unterteil) und fährt diese schlagartig zusammen, wobei Presskräfte von bis zu 4000 Tonnen aufgebracht werden. Durch diese Produktionsart erhält das spätere Kochgeschirr ein nahezu identisches Aussehen zu gegossenen Teilen (vergleiche Aluminiumguss), die sich qualitativ aber im Hinblick auf die Wärmeleitfähigkeit und Wärmespeicherung unterscheiden.
  • Edelstahl
    Edelstahl-Produkte haben als Ausgangsbasis eine Edelstahlronde (flache Edelstahlscheibe), die nach dem Einfetten in eine hydraulische Ziehpresse eingelegt und über einen sog. Ziehstempel in Form gezogen wird. Nach diesem Vorgang wird der Rand des Rohkörpers so abgestanzt, dass das spätere Kochgeschirr über einen sauberen Schüttrand verfügt. Zur besseren Wärmeübertragung sind Edelstahlkörper mit einem Kapselboden ausgestattet. In dem verkapselten Boden wird Aluminium verarbeitet, das Aufnahme und Weiterleitung der Wärme optimiert.


Die Versiegelung

Kochgeschirr, das mit einer Versiegelung versehen ist, bietet einige Vorteile, die wir Ihnen im Folgenden erklären möchten. Außerdem soll gezeigt werden, dass es deutliche Unterschiede bei den Eigenschaften gibt. Je nach Einsatzzweck sollte also auch eine Entscheidung für eine bestimmte Versiegelung gewählt werden, z.B. eine hohe Antihafteigenschaft für fettfreies Backen von Pfannkuchen und Eierspeisen.

  • Antihaftversiegelung
    BERNDES verwendet in der Regel verstärkte 3-Schicht Versiegelungen, die sich aus folgenden Schichten zusammensetzen: Haftgrund, Mittelschicht und Deckschicht.
    Eine Antihaftversiegelung basiert auf einem Kunststoff, genauer „Polytetrafluorethylen“ (kurz PTFE). Seit der Entdeckung vor ca. 40 Jahren gibt es bei der Verarbeitung sowie im Endgebrauch keinerlei Meldungen über gesundheitliche Beschwerden. Dieses PTFE ist bis zu einer maximalen Dauertemperatur von 260 °C einsetzbar. Es sei angemerkt, dass solche Temperaturen beim Zubereiten von Speisen ohnehin viel zu hoch und die meisten Fette oder Öle bereits verbrannt sind.
    Wir gehen an dieser Stelle nicht näher auf die Stoffe PFOA oder PFOS ein, denn keiner dieser Schadstoffe wird für unsere Versiegelungen verwendet.
    Nach dem Auftragen der Versiegelung auf das Kochgeschirr wird diese im Sinterofen bei ca. 430 °C  eingebrannt. Dieser Prozess ist sehr sensibel, da die Temperaturführung im Ofen eine entscheidende Komponente für die spätere Qualität des Artikels ist. Zunächst muss dem Wasser in der Versiegelung durch ein langsames Aufwärmen die Möglichkeit gegeben werden auszudunsten, bevor die hohe Temperatur den Trocknungs- und Härteprozess einleitet.
    Die Eigenschaften (Widerstandsfähigkeit und überzeugende Antihaftwirkung) der Mittel- und Deckschicht verbinden sich beim Trocknungsvorgang. Damit gewährleistet BERNDES:
    • hohe Antihafteigenschaften
    • lange Lebensdauer bei richtiger Pflege
    • hohe und dauerhafte Farbechtheit
    • praxisgerechte Unempfindlichkeit
  • Keramikversiegelung
    Diese Art der Versiegelung wird erst seit einigen Jahren eingesetzt und ist aktuell sehr im Trend, da mit ihr auch weiße oder farbige Versiegelungen realisiert werden können. Auch diese Versiegelung ist wie die PFTE Antihaftversiegelung gesundheitlich unbedenklich.
    Im Gegensatz zur Antihaftversiegelung ist die keramische Versiegelung extrem hart und kratzfest, aber Achtung: Ähnlich wie bei Emaille oder Email ist die Schlagfestigkeit bei der harten Versiegelung gerade an den Topf- und Pfannenrändern sehr eingeschränkt!
    Die hohe Hitzebeständigkeit kommt vor allem Nutzern von Induktions- oder Gas-Herden zu Gute.
    Keramikversiegelungen bestehen in der Regel aus mehreren Komponenten, die zunächst vermischt werden. Zum Einbrennen ist später eine Temperatur von 220 °C erforderlich, sodass die Endhärte durch einen chemischen Prozess beim Einbrennen erreicht wird. Folgendes sollten Sie über keramikversiegeltes Kochgeschirr von BERNDES wissen:
    • Extrem harte und kratzfeste Versiegelung, jedoch eingeschränkte Schlagfestigkeit
    • Antihafteigenschaften sind produktionsbedingt anfänglich gegeben, lassen aber über die Lebensdauer nach und sind nicht vergleichbar mit den Antihafteigenschaften einer PTFE-Versiegelung.
      ACHTUNG: Ein Irrglaube also, dass man in einem keramikversiegelten Kochgeschirr fettfrei braten kann, der sich durch Marketing anderer Hersteller etabliert und bereits viele Kunden enttäuscht hat.
    • Die Dauerhitzebeständigkeit liegt mit 400 °C deutlich höher und es bestehen keine gesundheitlichen Risiken bei einer Überhitzung. Diese Eigenschaft lässt sich aber vernachlässigen, da man ohnehin nicht mit Temperaturen jenseits der 200 °C arbeiten sollte, da hier die meisten Öle und Fette bereits verbrannt sind.
    • ideal ist die Keramikversiegelung von BERNDES aber zum scharfen Anbraten von z.B. Bratkartoffeln, Steaks, Putenstreifen oder weiterem Fleisch.
    • leichte Reinigungseigenschaften
    • bei der Herstellung wird ebenfalls auf den Einsatz von PFOA verzichtet
    • nahezu alle Farbwünsche realisierbar
  • „Unversiegelt“/Edelstahl
    BERNDES bietet neben versiegeltem Kochgeschirr auch unversiegelte Produkte an, mit Edelstahl als Grundmaterial der gesundheitlich ebenfalls unbedenklich ist. Bezüglich der Hitzebeständigkeit gibt es, ähnlich wie bei Keramikversiegelungen, keine Grenzen. Man sollte sich aber überlegen, ob hohe Temperaturen überhaupt sinnvoll sind, da Öle und Fette ab 210-220 °C bereits verbrannt sind. Edelstahl selbst ist ein schlechter Wärmeleiter. Deshalb weist Edelstahl-Kochgeschirr häufig einen Kapselboden mit einer Kupfer- oder Aluminiumplatte auf (vgl. Kochgeschirr-Böden).
    Edelstahl weist keine Antihafteigenschaften auf, d.h. bei hohen Temperaturen können Speisen an der Oberfläche festbrennen, die sich später nur schwer reinigen lassen. Bitte führen Sie bei der Nutzung deshalb dem heißen Edelstahl-Kochgeschirr immer Öl oder Fett zum Braten oder Wasser zum Kochen zu, um ein Anbrennen von Speisen zu vermeiden.
    Beim Kochen von Salzwasser ist es wichtig, dass Salz dem Wasser erst zugegeben wird, wenn es kocht, da sich am Topfboden absetzendes Salz zu Lochfraß auf der Edelstahloberfläche führen kann. Auftretende blaue Verfärbungen können durch Mineralien in den Lebensmitteln auftreten und sind völlig unbedenklich. Sie lassen sich mit etwas Zitronensäure wieder entfernen.

Versiegelungs-ABC

Für weitere Informationen, laden Sie sich unseren Flyer, das Versiegelungs-ABC, als PDF-Dokument herunter: zum Download.


Unterschiedliche Böden für unterschiedliche Herdarten

Kochgeschirr muss auf möglichst vielen Herdarten funktionieren. Eine Besonderheit stellen allerdings Induktionsherde dar, die eine immer weitere Verbreitung finden. Alle unsere Produkte sind für Elektro-, Gas- und Glaskeramikkochfelder geeignet. Für Induktionsherde muss der Boden eine ferromagnetische Schicht haben. Wir geben bei allen Artikeln an, für welche Herdarten diese geeignet sind.

  • BERNDES CD-Boden®
    Bei diesem speziellen Boden erhält der plangedrehte Boden eine leichte Prägung, die so abgestimmt ist, dass sich der Boden im warmen Zustand zur Herdplatte hin ausdehnen kann und im Einsatz dann plan auf der Herdplatte aufliegt. So wird keine Energie durch Luftschichten verschwendet und das Kochgeschirr hat einen festen Stand auf dem Herd. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich der Boden gleichmäßig erhitzt, was übrigens für das gesamte BERNDES-Kochschirr eine Grundvoraussetzung ist!
    Im unserem Labor wird dieser Boden regelmäßig nach DIN 44 094 und DIN EN 12 983-1 geprüft. Das leere Produkt wird auf 200 °C erhitzt und bis zu 50 Mal in kaltes Wasser getaucht, wobei sich der Boden nicht verziehen darf!

  • Induktionskapselboden
    Diese Art Boden ist sehr häufig bei Edelstahl-Kochgeschirr zu finden. Die Körper sind heute in der Regel aus einem Chrom-Nickel-Stahl gefertigt, die Böden aus ferritischem Edelstahl, der magnetisierbar und damit auch für Induktionsherde geeignet ist. Edelstahl selbst ist ein schlechter Wärmeleiter; deshalb wird im Boden ein gut wärmeleitendes Material wie Aluminium oder Kupfer eingebracht.

  • Aufgeschlagener Induktionsboden
    Auf einer Presse mit bis zu 3000 Tonnen Kraft wird eine magnetisierbare Platte auf den Aluminiumkörper aufgeschlagen. Durch die Energie werden beide Materialien miteinander verschweißt. Für eine lange Haltbarkeit empfehlen wir nicht die Reinigung in einer Spülmaschine, da die aggressiven Pflegemittel das Aluminium ausspülen und sich die Platte irgendwann löst. Bitte beachten Sie dazu auch unsere Pflegehinweise.

  • Premiuminduktion
    Seit 2009 verfügen die Aluguss-Produkte unserer PROFESSIONAL-Serie über einen speziellen Premiuminduktionsboden, der einmalig hinsichtlich seiner verzugsfreien, glatten und sehr harten Oberfläche ist. Mit Hilfe des Kaltgasspritzens wird ein ferritisches Edelstahlpulver mit hoher kinetischer Energie auf den Aluminiumboden aufgespritzt. Die feinen Partikel werden dabei mit dem Boden mikroverschweißt. Deshalb sind die Böden der PROFESSIONAL-Serie sehr langlebig und schützen die Herdoberfläche vor Verkratzen. Außerdem sind diese Produkte uneingeschränkt für alle Herdarten verwendbar!